Leseprobe “Wild Thing - Wolfsliebe

 

Ohne weiter darüber nachzudenken, drückte sie auf den Auslöser, doch im gleichen Moment hätte sie sich am liebsten selbst geohrfeigt, weil sie vergessen hatte, das Blitzlicht auszuschalten.

Den Blitz sah man bestimmt meilenweit und jeder wusste, dass es sich um eine Kamera handelte, da der Himmel sternenklar war. Jetzt war es eh zu spät und so hielt sie den Auslöser gedrückt, während sie sah, wie sich ein blonder Mann aufrichtete, offensichtlich hatte er die Verwandlung abgebrochen.

Seine Augen starrten in ihre Richtung und sie bekam das ungute Gefühl, das er sie ganz genau erkennen konnte. Es wurde höchste Zeit, dass sie wegkam. Eilig entfernte sie die SD-Karte aus dem Gerät und versteckte sie an der Hauswand unter einem Stein. Sie wollte die kostbare Speicherkarte an einem anderen Tag holen, denn ihr war klar, dass es nicht leicht wurde, das Gelände zu verlassen, jedenfalls nicht mit diesem Riesen im Nacken.

Die Kamera fest an sich gepresst rannte sie los, dabei achtete sie nicht mehr darauf, ob sie Geräusche verursachte, sie war so oder so aufgeflogen.

Eine schwere Hand legte sich auf ihre Schulter und riss sie herum, als sie gerade erst ein paar Schritte auf den Zaun zugelaufen war.

Taumelnd kam sie zum Stehen und blickte direkt in die bernsteinfarbenen Augen, des blonden Mannes.

Ohne ein Wort nahm er ihr die Kamera aus der Hand, während er sie gleichzeitig fest am Oberarm packte. Ruhig öffnete er die Nikon und bemerkte, dass die Speicherkarte nicht an ihrem Platz war.

„Gib mir die SD-Karte“, verlangte er, dabei sah er sie eindringlich an.

„Ich hab sie nicht mehr, muss rausgefallen sein“, stieß Emily hervor.

Ihr Herz raste und sie zitterte, die Angst machte ihr zu schaffen, bisher war sie noch nie erwischt worden. Hier hatte sie sich offensichtlich zu weit aus dem Fenster gelehnt.

„Lüg mich nicht an, sonst zeige ich dir, zu was ich fähig bin“, drohte der Kerl ihr.

Mit einer blitzschnellen Bewegung stellte er die Kamera auf den Boden und nahm ihr die kleine Tasche mit ihrem Werkzeug ab. Er warf einen schnellen Blick hinein und legte sie achtlos zur Seite.

Obwohl sie vor Panik zitterte und keine Ahnung hatte, wie sie aus diesem Schlamassel herauskommen sollte, verzog sie abschätzig das Gesicht.

„Du weißt aber schon, dass du völlig nackt vor mir stehst und so nicht gerade gefährlich aussiehst, oder?“, bemerkte sie zickig.

Betont langsam betrachtete sie seinen Körper und bereute es im nächsten Moment sofort. Er war eine Augenweide und sein Anblick ließ sie alles andere als kalt. Emily musste schwer schlucken, dabei unterdrückte sie den Wunsch, ihre Finger über diese Muskeln gleiten zu lassen.

Ganz kurz flackerte Erstaunen in seinen Augen auf, dann schüttelte er leicht den Kopf. Grob zog er sie zu sich, sah sie warnend an und ging mit ihr auf das Haus zu. Sie bemerkte, dass diese Wesen sich zurück verwandelt hatten und nicht mehr nackt waren.

„Logan, komm her“, rief der Kerl, der sie immer noch festhielt.

Sofort löste sich jemand aus der Gruppe und kam zu ihnen.

„Halt sie fest, ich ziehe mir was über“, befahl der Typ hart, in dem Moment wurde sie auch schon am anderen Arm gepackt.

Der blonde Mann verschwand, kam aber nach ein paar Minuten angezogen zurück, nickte seinem Kameraden zu und nahm ihre Hand.

„Ich werde sie verhören und sehen, was wir tun müssen. Patrick übernimmt meinen Dienst und Brian soll sich die Tasche ansehen“, ordnete er an, dann zog er sie mit sich, ohne auf ihre Proteste zu achten.

Unsanft schob er sie durch die Haustüre, zog sie weiter einen langen Gang entlang bis zu einem Büro. Immer wieder sah sie sich um, ob es einen Fluchtweg gab, doch solange er ihre Hand umklammerte, ging sie mit ihm, eine andere Wahl blieb ihr nicht.

Grob schubste er sie von sich und deutete auf einen Stuhl.

„Setz dich“, kam sein knapper Befehl.

Emily sah verstohlen zur Tür, schätzte ihre Chance ab, ob sie entkommen könnte.

„Denk nicht mal daran, so machst du mich nur noch wütender“, knurrte der Mann sie an.

Gehorsam setzte sie sich, eine Mischung aus Angst und Erregung tobte in ihr, während sie ihre zitternden Hände in ihrem Schoß faltete.

„Wo ist die Speicherkarte?“, kam die nächste Frage.

Ein wenig genervt verdrehte sie die Augen, als ob sie ihm freiwillig sagen würde, wo sie so ein wertvolles Utensil versteckt hatte.

 

David blickte auf die zierliche Frau vor sich, ihr Geruch flutete seine Sinne, er brauchte verdammt viel Kraft, um sich zu beherrschen und sie nicht über den Schreibtisch zu werfen.

Um sich zu schützen, verhielt er sich betont grob, obwohl er genau wusste, dass seine Gefährtin vor ihm saß. Schon als er zum Training gegangen war, hatte er diesen unglaublichen Duft in der Nase, allerdings erstaunte es ihn, dass sie sich wagte, bei ihnen einzubrechen.

„Ich frage nicht noch einmal“, knurrte er und blickte sie eindringlich an, dabei nahm er jedes Detail in sich auf.

„Du denkst wohl, ich bin wahnsinnig oder? Die SD-Karte ist meine Lebensversicherung, denn ich glaube nicht, dass ihr mich einfach so gehen lasst“, entgegnete sie ihm, gleichzeitig versuchte sie, kühl und überlegen rüberzukommen.

Ein Grinsen schlich sich auf sein Gesicht, er roch ihre Panik ganz genau, allerdings war da noch etwas anderes. Er gefiel ihr, das hatte er vorhin bereits gesehen, als sie seinen nackten Körper musterte.

„Und du denkst, ich lasse dich laufen, wenn ich die Speicherkarte habe? Falsch“, donnerte er durch den Raum.

Erschrocken zuckte sie zusammen, doch schnell straffte sie die Schultern und schüttelte leicht den Kopf.

„Ist es zu viel verlangt, mich nicht anzuschreien?“, fragte sie bösartig.

Jetzt brach David in lautes Lachen aus, ihm gefiel diese kleine Wildkatze immer besser. Trotz ihrer Angst griff sie ihn an, tat so, als ob sie im Recht sei.

„Glaubst du wirklich, dass du mit dem Theater durchkommst? Du bist bei uns eingebrochen, hast unsere Privatsphäre missachtet und jedes unserer Gesetze gebrochen“, zählte er gnadenlos auf, wobei er absichtlich übertrieb.

„Einbrechen kann man das nicht nennen, ihr ladet ja geradezu ein das Grundstück zu betreten“, zischte sie leise, dabei sah sie ihn herausfordernd an.

„Gibst du mir die Karte jetzt?“, kam David wieder auf das erste Thema zurück.

Es machte ihm zwar unglaublich viel Spaß mit ihr zu streiten, aber es war wichtig, diese Fotos zu zerstören, zumal er nicht vorhatte, sie ins Krankenhaus zu bringen.

Stumm schüttelte sie den Kopf, hielt seinem Blick stand und versteckte ihre zitternden Finger in ihrem Schoß.

Geschmeidig erhob David sich, umrundete den Schreibtisch und blieb direkt vor ihr stehen. Herausfordernd legte sie den Kopf in den Nacken, um ihn weiterhin anzusehen.

Ohne ein Wort packte er sie an den Schultern und zog sie hoch, seine Pupillen blitzten, während er ihrem Stuhl einen leichten Tritt gab, um sich Platz zu schaffen.

„Ich finde diese Karte“, murmelte er heiser.

Er spürte deutlich, wie ihr Herzschlag sich noch etwas beschleunigte und sie hektisch nach Luft schnappte, doch in ihren Augen las er, dass sie ihm nicht zu glauben schien.

Sanft strichen seine Fingerspitzen über ihre Arme, gleichzeitig fesselte sein Blick sie. Seine Hände legten sich um ihre Taille, hielten sie einen Moment so, dann glitten sie unter ihren Pullover, schoben ihn langsam hoch.

In ihren Pupillen flackerte Unsicherheit auf, trotzdem schluckte sie schwer vor Erregung. Seine Augen zogen sie in diesen lustvollen Bann, während er ihren Pulli weiter hochschob. Erst als er die Außenseiten ihrer Brüste berührte, bewegte sie sich.

Hektisch griff sie nach seinen Unterarmen und versuchte ihn zu stoppen.

„Vergiss es und spar dir die Kraft“, raunte er ihr zu, dabei strich er zart über ihre Brustwarzen, entlockte ihr ein unterdrücktes Stöhnen.

„Hör schon auf, ich hab das Ding nicht“, brachte sie atemlos hervor.

„Ich glaube dir nicht. Heb die Arme“, antwortete David mit einem Wolfslächeln.

Schnell schüttelte sie den Kopf, so sehr ihr die Berührungen dieses Mannes gefielen, so wenig konnte sie darauf eingehen. Auf keinen Fall würde sie sich einfach von ihm ausziehen lassen.

Unbeirrt reizte er ihre Brustwarzen durch den dünnen Stoff ihres BHs, während er ihr tief in die Augen sah.

„Ich kann auch meine Brüder holen, die halten dich gerne für mich fest“, bemerkte er gespielt gleichgültig.

Entsetzt sah sie ihn an und ihre Pupillen weiteten sich vor Angst.

„Das wagst du nicht“, flüsterte sie ungläubig.

„Du hast die Wahl, lass es darauf ankommen oder sei ein braves Mädchen  und heb einfach die Arme“, raunte er ihr zu, dabei klang seine Stimme so sexy.