Der Rigger und das Model

Jetzt streckte sie sich genüsslich und freute sich auf eine Tasse Kaffee. Schnell duschte sie, trocknete sich ab und zog sich eine Jeans und T-Shirt über. Barfuß ging sie nach unten, wo sie jemanden in der Küche hörte.

Zuerst zögerte Lia ihre nackten Füße auf den Schieferboden zu stellen, doch dann stellte sie fest, dass Merlin eine Fußbodenheizung hatte. Lächelnd ging sie zur Küche rüber.

Sven stand mit dem Rücken zu ihr, seine Haare waren noch nass. Er war nur mit einer Jeans bekleidet und Lia konnte seinen sehnigen Rücken bewundern.

„Bekomm ich auch einen“, fragte sie leise.

Er drehte sich um und musterte sie einen Augenblick lang. Lia hatte das Gefühl, die Zeit würde stillstehen. Sein Blick glitt langsam über ihre Figur, tastete jeden Zentimeter ab. Es fühlte sich fast so an, als ob er sie berühren würde.

„Komm her“, befahl er ihr ruhig und sie gehorchte, ohne weiter darüber nachzudenken.

Erwartungsvoll stand sie jetzt direkt vor ihm, den Kopf leicht in den Nacken gelegt. Er war doch ein gutes Stück größer als sie.

Vorsichtig umfasste er ihr Gesicht und streichelte mit den Daumen über ihre Wangen.

„Du kannst meine Tasse haben.“

Sven hielt ihr die Tasse an die Lippen und gab ihr so zu trinken. Lia schluckte, dann trat sie einen Schritt zurück. Sie war immer noch mit Torsten verlobt und sollte diese Nähe einfach nicht zu lassen. Auch wenn ihr die Bilder gestern deutlich gezeigt hatten, dass er sich nahm, was er bekommen konnte. Sven gab ihr die Tasse in die Hand. Er lächelte sie an, dabei glich er einem Raubtier, dass seine Beute gestellt hatte.

Er drehte sich geschmeidig um und holte sich eine weitere Tasse aus dem Schrank. Lia floh fast aus der Küche. Die Terrassentür stand offen und die beiden Hunde tollten schon draußen im Garten herum. Lia ging ein paar Schritte auf die Terrasse hinaus, die Finger fest um die Tasse mit dem heißen Kaffee geschlungen.

Es war bei Weitem noch nicht so warm, wie es aussah, doch sie genoss die frische Luft. Die Aussicht war einfach nur toll. Direkt hinter dem Haus war ein großes Feld und dahinter lag der Wald. Links am Haus vorbei zogen sich weitere Felder und weit dahinter, konnte man einen Fluss aufblitzen sehen. Die Felder waren bereits grün und auf den Bäumen konnte man die ersten Blüten sehen.

Wieder atmete Lia tief ein, es tat ihr gut, nicht in der Stadt sein zu müssen. Hier war alles so friedlich und frisch.

Sven war unbemerkt hinter sie getreten.

„Deshalb nennen sie ihr Zuhause auch das Paradies“, bemerkte er leise.

Lia lächelte. Das traf es genau, es war hier wie im Paradies. Aus dem Garten hörte sie einen Uhu und neugierig ging sie noch ein paar Schritte auf das Geländer zu. Sie konnte die zwei Volieren sehen. Da mussten die Greifvögel sein.

Merlin trat gerade aus der Tür, als Lia sich umdrehte.

„Guten Morgen, hoffe du hast gut geschlafen?“, begrüßte er sie.

„Ja, wie ein Murmeltier, danke.“

Hinter Merlin war jetzt auch seine Frau, die aber direkt in die Küche ging, um das Frühstück vorzubereiten.

Fröstelnd ging Lia wieder rein und genoss die Wärme an ihren Füßen. Etwas unsicher blieb sie an der Tür zur Küche stehen.

„Kann ich dir vielleicht was helfen?“, bot sie leise an.

Ilo lächelte und schüttelte den Kopf.

„Das ist lieb von dir, aber ich back nur die Brötchen auf, dann können wir frühstücken.“

Schnell hatte sie den Tisch gedeckt und Lias Magen knurrte vernehmlich, als der Duft der frischen Brötchen durchs Haus zog.

Einen Moment dachte sie daran, was Torsten wohl dazu sagen würde, wenn sie sich nicht auf Obst und Knäckebrot beschränkte. Doch dann wischte sie diese Gedanken weg. Er hatte ihr nichts mehr zu sagen, aber sie musste vorsichtig sein. Torsten war hinterlistig und gefährlich, man sollte ihn nicht unterschätzen, das wusste Lia genau. Beim Frühstück flogen Scherzworte hin und her und Lia fühlte sich sofort dazugehörig. Die selbst gemachte Marmelade von Ilo schmeckte köstlich und Lia ließ sich nicht lange bitten.

„So, wie sieht es aus, sollen wir dann mal loslegen?“, fragte Sven an Lia gewandt, als sie satt war.

Die Unsicherheit kehrte zurück, doch Lia nickte leicht. Es brachte nichts, noch länger zu warten.

„Du oder ich?“, wollte Ilo von Merlin wissen.

„Du, ist ja immerhin dein Job“, gab er sofort zurück.

Ilo verdrehte die Augen und seufzte theatralisch, aber dann grinste sie breit.

„Geht doch schon mal nach oben, ich komme nach, sobald ich die Kamera gefunden habe.“

Sven zog Lia hoch und ging mit ihr in den Drehraum, der gegenüber des Gästezimmers lag.

Hier stand ein großes Bett und von der Decke baumelte der Haken eines elektrischen Flaschenzuges. Lia blickte sich um und wurde noch unsicherer. Sie sah einen Strafbock, einen dreieckigen Käfig und jede Menge Seile, Peitschen und andere Utensilien. Neben der Unsicherheit machte sich in Lia auch eine leichte Erregung breit.

Sven ließ sie erst mal in Ruhe. Sie sollte sich umsehen können, niemand hetzte sie. Dann nahm er ihre Hand und Lia zuckte erschrocken zusammen.

„Tut mir leid, ich bin es nicht wirklich gewohnt während des Shootings angefasst zu werden“, entschuldigte sie sich.

Er lächelte sie beruhigend an. So wie es aussah, war Torsten ein noch größerer Idiot, dass er seine eigene Verlobte nicht mal berührte. Ihr Verhalten ließ darauf schließen, dass sie schon länger keine zärtlichen Berührungen mehr erfahren hatte.

Sven nahm ihre beiden Hände und zog sie vorsichtig an sich.

„Ich werde dich berühren“, raunte er ihr ins Ohr.

Dabei ließ er seine Hände zärtlich über ihre Arme gleiten. Diese einfache, liebevolle Berührung brachte Lia eine Gänsehaut, die sich über ihren ganzen Körper zog.

Verlegen blickte sie auf den Boden, doch er hob ihr Kinn mit dem Zeigefinger an, damit sie ihm in die Augen sehen konnte.

„Keine Sorge, egal was passiert, ich bin hier und passe auf dich auf“, versprach er noch einmal.

Lia nickte, nicht in der Lage einen Ton herauszubringen. Wieder ließ Sven seine Hände zärtlich über ihre Arme gleiten.

In diesem Moment betrat Ilo den Raum. Mit einem Blick hatte sie die Situation erfasst und grinste breit.

„Okay können wir anfangen?“, wollte sie wissen.

Sven und Lia nickten, während sie Ilo erwartungsvoll ansahen.

Drei, zwei, eins, los“, gab Ilo den Befehl.

Die Unsicherheit hatte Lia jetzt völlig in der Hand, sie wusste nicht, was von ihr erwartet wurde. Aber dann blickte sie in Svens Augen und fand ihr Selbstvertrauen wieder.

„Du möchtest also erfahren, wie es ist gefesselt zu werden?“, fragte er sie.

„Ja, genau, ich hab davon schon so viel gehört, und wenn du es mir zeigen könntest, wäre ich dir echt dankbar.“

Sven lächelte sein Wolfslächeln. Wieder zog er sie an beiden Händen zu sich, doch jetzt schlang er ein Seil um ihre Handgelenke und band sie zusammen.

„Also die Spielregeln sind einfach. Ich fessele dich und du versuchst, dich zu befreien. Jedes Mal wenn du wieder frei bist, bekomme ich ein Kleidungsstück von dir“, erklärte er die Vorgehensweise.

Lia tat, als ob sie einen Augenblick überlegte, dann lächelte sie ihn an.

„Und wenn ich es schaffe mich zu befreien? Bekomme ich dann ein Kleidungsstück von dir?“, fragte sie frech.

Sven lachte und auch Ilo musste sich das Lachen verkneifen.

„Nein, ich bekomme für jede Fesselung ein Kleidungsstück von dir“, beharrte er und sah Lia wieder tief in die Augen.

Er führte das Seil zwischen Lias Beinen hindurch, zog es etwas stramm und wickelte es einmal um ihre Taille, ehe er es an ihrer Seite verknotete.

„Ich mach es dir mal nicht so schwer, weil es dein erstes Mal ist.“

Lia spürte den Zug des Seils durch die Jeans hindurch. Es erregte sie und sie hoffte, dass man es nicht sah. Ihr Mund wurde trocken und die Tatsache, dass Sven so dicht bei ihr stand, machte es auch nicht besser.

Jedes Mal, wenn sie die Hände anheben wollte, drückte das Seil direkt auf ihre Perle. Ein leises Stöhnen entschlüpfte ihr, dann konzentrierte sie sich auf die verschiedenen Knoten. Mit Hilfe ihrer Zähne befreite sie sich.

Sven nickte ihr zufrieden zu, aber sie konnte in seinen Augen sehen, dass er wusste, wie sehr es sie erregte.

„Gut und jetzt meinen Pfand bitte“, verlangend streckte er die Hand aus.

Wieso hatte sie nur keine Socken angezogen? Lia überlegte einen Moment, ob es ratsam wäre, die Jeans jetzt schon auszuziehen. Sie entschied sich dagegen, denn sie spürte, wie sich die Nässe in ihrer Scheide sammelte. Ihr kleiner String würde da nicht viel helfen. Schnell zog sie das T-Shirt über den Kopf und reichte es ihm.

Ein bewunderndes Glitzern erschien in seinem Gesicht. Er zog sie wieder an den Händen zu sich, drehte sie um und strich vorsichtig über ihre Schultern.

Das gehörte zwar nicht zum eigentlichen Dreh, aber Sven konnte sich einfach nicht beherrschen. Sanft zog er ihre Hände auf den Rücken und fesselte sie dort. Dann legte er ihr das Seil um den Hals. Er zog ein wenig zu, suchte ihren Blick, ob es für sie noch in Ordnung sei. Vertrauensvoll erwiderte Lia den Blick.

„Diese Fesselung ist gemeiner, denn du wirst schnell merken, dass du die Hände möglichst ruhig halten solltest“, warnte er sie und knotete das Seil in der Nähe ihrer Handgelenke fest.

Das raue Hanfseil rieb an ihrer empfindlichen Haut, und jedes Mal, wenn Lia die Hände bewegte, zog es sich etwas zusammen. Eine leichte Panik stieg in Lia hoch. Wenn sie jetzt stolperte, würde sie sich selbst erdrosseln.

„Keine Angst, ich bin hier. Es wird dir nichts passieren“, beruhigte Sven sie sofort, als er ihren panischen Blick sah.

Lia nickte ihm zu und machte sich an die Arbeit, doch immer wieder musste sie innehalten, weil ihr die Luft wegblieb. Endlich hatte sie es geschafft alle Knoten zu lösen und reichte Sven das Seil.